Uraufführung Kantate zum 3. Advent

Bericht zum Projekt – Uraufführung einer neuen Kantate zum 3. Advent am 12. Dezember 2021 um 10 Uhr in der Alten Kirche am Main, Maintal-Dörnigheim

©Georg Streck

Einleitung
Am 12. Dezember 2021 erklangen in einer unglaublichen Stille die ersten Töne der neuen Kantate von Helene Streck. Aus der Tiefe stiegen die sanften Orgeltöne, begleitet von Viola und Tenorsaxophon empor, bis sie zur Passacaglia überleiteten. Die Solisten Giuliana Klaus (Tenorsaxophon), Byungyong Yoo (Tenor) und Theo Ruppert (Viola) sowie Helene Streck (Komposition, Orgel und Leitung) überzeugten bereits in den ersten Takten des ungewöhnlichen Werks. Besonders toll war, dass die Kantate in einen Gottesdienst der Reihe „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ eingebettet war. Diese Reihe ist Teil des Jubiläums von 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland. Am 12. Dezember ging es um das Fest jüdische Fest Chanukkah, bei dem es um Licht geht, das länger als erwartet brennt. Somit ergänzten sich beide Themen des Gottesdienstes gut. Pfarrer Dr. Martin Streck stellte eine tolle Verbindung zwischen beiden Themen im Gottesdienst her und erreichte die Gemeinde sehr.

©Georg Streck

Idee und Planung
Die Kantate entstand durch die intensive Arbeit von Helene Streck mit dem Adventslied „Die Nacht ist vorgedrungen“. Seit März 2021 gab es den Gedanken, die Kantate im Advent uraufzuführen. Komponiert wurde die Kantate mit dem Ziel der Uraufführung im Dezember. Da die Komponistin bereits zum Beginn der Komposition an bestimmte Musiker, die bei der Kantate möglicherweise spielen würden, dachte, wurde das Werk den Musikern „auf den Leib geschneidert“. Die Stimmen wurden von Helene Streck so angelegt, dass sie für die verschiedenen Levels der Schwierigkeiten, auf denen sich die Musiker zu diesem Zeitpunkt befanden, passten. Es gab auch einige Spieltechniken, die die Komponistin von den Musikern forderte. Somit entstand eine gute Arbeitssituation, da die Musiker vieles schon konnten, aber auch in neue Bereiche der Musik vordringen durften.

Helene Streck nennt ihre Kantate im privaten Bereich auch „Corona-Kantate“, da dieses Werk für eine so kleine Besetzung komponiert wurde, die in der Pandemie nach den Satzungen für Kirchenmusik erlaubt ist. Die Kantate ist also perfekt für das Vorhaben komponiert worden.

©Georg Streck

Realisierung und Finanzierung
Die Uraufführung wurde mit finanzieller Zuwendung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen Stiftung Hanau, Eigenmitteln der Gemeinde und Spenden aus der Gemeinde sowie von Privatleuten möglich gemacht. Innerhalb weniger Monate war die Finanzierung beendet. Im Kapitel Finanzierung und Kostenplan finden sich weitere Informationen zu den Finanzen des Projekts.

Realisiert wurde das Projekt mit ideeller Unterstützung der Ev. Kirchengemeinde Dörnigheim. Die Ensemble fand sich gleichzeitig mit der Finanzierung des Projekts zusammen. Es folgten Absprachen für Probentermine, die Kirche musste für diese Zwecke reserviert werden sowie die Planung für Übernachtungsmöglichkeiten und Nachfeiern (alles unter den damals gültigen Corona-Regelungen).

Mitwirkende und Proben
Das Ensemble setzte sich aus vier Musikern verschiedenen Alters und verschiedener Hintergründe zusammen und harmonierte gut. Der Solist Byungyong Yoo stammt aus Seoul (Südkorea) und machte dort bereits seinen Abschluss in Gesang. Er hat ein unglaublich warmes Timbre, das sich mit den Instrumente sehr gut gemischt hat. Die Tenorsaxophonistin Giuliana

Klaus war die jüngste im Ensemble und konnte sich wunderbar einbringen. Für sie waren die modernen Spieltechniken auf dem Saxophon etwas Neues, das große Konzentration und Üben forderte. Jedoch bewältigte sie ihren Part brillant. Der Bratscher Theo Ruppert, der auch das älteste Mitglied im Ensemble war, spielte seinen Part sehr gut. Die Violastimme ist nicht einfach und verlangt viel Konzentration und Geschicklichkeit, was Theo Ruppert aber sehr gut umsetzen konnte.

Helene Streck (Orgel, Komposition und Leitung) überzeugte an der Orgel durch Multitasking. Sie dirigierte und spielte gleichzeitig, was sehr fordernd ist. Nachdem die Kantate als Komposition an sich beendet war, wurden die Noten per E-Mail verteilt und jeder der Mitwirkenden erarbeitete seine Stimme individuell.

Zu allererst gab es eine kleine Probe mit Byungyong Yoo und der Komponistin selbst, um schwierige Stellen in seinem Part und diverse Eintragungen zu klären, was Stil, Ausdruck und Dynamik sowie Tempo betraf. Einige Wochen später trafen sich dann die Instrumentalisten zu einer ersten Probe, in der bereits sehr intensiv gearbeitet wurde. Es gab zwei Probentage je sechs Stunden Probe, für ausreichend Pause und Verpflegung war gesorgt.

Während der Proben gab es einige Momente, in denen es klar wurde, dass einige Stellen umkomponiert oder grob geändert werden mussten, was Spieltechniken oder Klangfarben betraf. Es war sehr interessant, welche Stellen das dann waren und wie Komponistin und Musiker kommunizierten, um einen Kompromiss zu finden, der den Sinn der Komposition sowie die Meinung der Musiker nicht entstellten.

Am Tag vor der Uraufführung fanden die Gesamt- und Generalprobe statt, zum allerersten Mal war das Ensemble vollständig. Nach wenigen Minuten fanden sich die Musiker gut zusammen und harmonierten wundervoll. Die vielen Hürden, die die Komposition stellte, wurden meistervoll überwunden, sodass das Werk in der Vorstellung, wie Helene Streck es beim Komponieren innerlich gehört hatte, erklang.

©Georg Streck

Rezeption und Werbung
Beworben wurde die Uraufführung hauptsächlich auf sozialen Netzwerken, da aufgrund von Corona viele Geschäfte, die normalerweise für Projekte der Ev. Kirchengemeinde Dörnigheim Plakate aushängen, nicht viel besucht wurden oder kürzere Öffnungszeiten hatten. Werbung wurde auf medialen Kanälen der Kirchengemeinde und der Musiker sowie deren Freunden auf Plattformen wie Facebook, Instagram und dem Whatsappstatus gemacht.